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Tier und Pflanzenwelt
Auf
den Philippinen gibt es über
5.000 verschiedene Tier- und
unzählige Insektenarten, sowie
14.000 verschiedene Pflanzen.
Darunter sind auch Wasserbüffel
(Carabao), Papageien,
Flughörnchen, Delfine,
Krokodile, Schlangen, Koboldmaki,
Manabo, Schildkröten, Echsen und
andere. Angeblich ist die
philippinische Tierwelt der
indonesischen sehr ähnlich, da
in der Vergangenheit viele
malaiische Einwanderer Tiere aus
Indonesien mitbrachten. Es gibt
auf der philippinischen Insel
Calauit, nordwestlich von
Busuanga seit 1976 unter anderem
auch ein privates, kommerzielles
Naturreservat (offener Zoo) mit
70 Giraffen und zahlreichen
anderen afrikanischen Tieren wie
Zebras oder Impalas. Die Insel
gehört zum Distrikt Palawan und
man kann sich dort wie in Afrika
auf "Safari" begeben.
Verkehrswesen
Das
Verkehrswesen des Inselstaates
basiert überwiegend auf
Schifffahrt, Luftfahrt und
Straßenverkehr. Das
Eisenbahnwesen ist wenig
entwickelt und besteht im
Wesentlichen aus einer einzigen
Staatsbahnstrecke der Philippine
National Railways (PNR). In
Manila wurde in jüngster Zeit
begonnen, ein modernes
Stadtbahnsystem Mass Rapid
Transit Manila aufzubauen. Fast
im ganzen Land dominierende
Fahrzeuge sind die sogenannte
Jeepneys.
Armut
Armut ist in den Philippinen ein
großes Problem, schätzungsweise
40 % der Bevölkerung leben unter
der Armutsgrenze. In allen
Großstädten (Manila, Davao usw.)
gibt es ausgedehnte Slums.
Allein in Manila gibt es etwa
60.000 Straßenkinder, von denen
viele vollkommen auf sich allein
gestellt sind.
Nicht wenige Mädchen müssen ihr
Geld durch Prostitution
verdienen, andere verdienen ihr
Geld als Schuhputzer,
Autowäscher oder Müllsammler.
Häufig müssen sie einen Teil
ihres Verdienstes an
Zwischenhändler abgeben oder als
Schutzgeld an Banden bezahlen.
Die
Ursachen für die
Fehlentwicklungen auf den
Philippinen sind äußerst
vielschichtig, aber als ein ganz
wesentlicher Faktor muss die
andauernde dramatische
Bevölkerungsexplosion angesehen
werden. Bereits 1962 erwähnten
der deutsche Geograph und
Länderkundler Gustav Fochler
Hauke das Problem der
Überbevölkerung. Zu dieser Zeit
betrug die Gesamtbevölkerung
lediglich 28.000.000, während
inzwischen die 90.000.000 Marke
beinahe erreicht ist - mehr als
eine Verdreifachung in weniger
als 50 Jahren.
Das
Land hat inzwischen nach
Auffassung verschiedener
Experten seine Tragfähigkeit
längst überschritten, und ist
nicht mehr in der Lage, sich
selbst zu versorgen. Hinzu
kommen erhebliche Korruptions-
und Verteilungsprobleme.
Kultur
Das
was gemeinhin unter
philippinischer Kultur
verstanden wird, ist die Kultur
der christlichen
Tieflandbewohner, die die
Mehrheit bilden und unter
spanischer Herrschaft standen.
Die Hochlandbewohner sowie
Philippinische Muslime und
Philippinische Chinesen
unterscheiden sich in ihren
Sitten und Bräuchen zum Teil
erheblich von der
Mehrheitsgesellschaft. Ansonsten
ist auf den Philippinen überall
der amerikanische Einfluss
spürbar, auch wenn dieser nicht
so tief greifend war wie der
Einfluss von mehr als
dreihundert Jahren spanischer
Kolonialherrschaft und
Katholizismus.
Philippinische Küche
Die
Philippinische Küche vereinigt
spanische, chinesische,
indische, japanische und sogar
amerikanische Einflüsse, die auf
die Regionalküchen der
unterschiedlichen ethnischen
Gruppen der Philippinen gewirkt
haben. Fisch und Meeresfrüchte
sind die Grundnahrungsmittel der
Philippinen. Fisch wird im
einfachsten Fall einfach
gebraten und mit Reis, der
Bestandteil jeder Mahlzeit ist,
und Gemüse gegessen. Aus
größeren Fischen wird meistens
sinigang na isda (eine
säuerliche Suppe) oder paksiw
(mit Pfeffer und Essig geköchelt)
oder inihaw (gegrillt).
Garnelen, Krabben und Langusten
jedoch sind teuren und
exklusiven Gerichten
vorbehalten. Als
Arme-Leute-Essen gelten Muscheln
und Schnecken, diese werden aber
auch als Delikatesse in guten
Restaurants serviert. Kinilaw,
roher Fisch, der in Essig
mariniert wird und mit klein
geschnittenen Zutaten wie
Knoblauch, Ingwer und Chili in
vielen lokalen Rezeptvariationen
zubereitet wird, ist für den
Fischkenner eine preiswerte
Delikatesse. Hingegen ist
Bagoong (fermentierte
Garnelenpaste) kein Gericht, das
von europäischen Besuchern gerne
gegessen wird.
Schweinefleisch wird, außer in
den islamischen Regionen, gerne
gegessen. Als Nationalgericht
gilt Adobo, dieses besteht
entweder aus Schweinefleisch,
Rindfleisch, Geflügel, Fisch
oder Gemüse, welches gedünstet
wird. Dazu kommen noch Essig,
Knoblauch, Zwiebeln, Pfeffer und
je nach Region Sojasoße oder
Kokosmilch. Für feierliche
Anlässe wird meist geröstetes
Spanferkel mit Lebersoße
serviert, in den Philippinen
bekannt unter den Namen Lechon.
Andere populäre Speisen sind
Fleisch- oder Fischspieße Inihaw
(gegrillt) oder auch an der Luft
getrocknetes und gesalzenes
Rindfleisch (Tapa), welches
gebraten oder gegrillt und mit
Nipapalm - Essig gewürzt wird.
Kare-Kare (Ochsenschwanz
und/oder Rindfleisch in
Erdnuss-Sauce) ist auch sehr
populär. Die Speisen sind nicht
so stark gewürzt wie in anderen
asiatischen Ländern. Dafür wird
viel Kokosnuss verwendet:
guinatan entsteht, wenn Fleisch
und Gemüse mit Kokosnussmilch
aufgekocht wird. In der Provinz
Bicol wiederum wird gerne scharf
gegessen, das so genannte Bicol
Express ist zum Beispiel dem
Thai-Curry sehr ähnlich.
Chinesischen Ursprungs sind mit
Fleisch oder Gemüse gefüllte
Teigtaschen (Siopao). An
Geburtstagen werden lange Nudeln
(Pansit), die ein langes Leben
symbolisieren sollen, serviert.
Pansit sind ebenso wie
Frühlingsrollen (Lumpia) oder
die kleinen Lumpiang Shanghai (Schanghai-Lumpia)
auch chinesischen Ursprungs.
Arroz caldo (Reis mit Huhn) hat
zwar aufgrund der Kolonialzeit
einen spanischen Namen, ist
jedoch ebenso auf chinesische
Einflüsse zurückzuführen.
Als Zwischenmahlzeit (merienda)
gibt es spanische Gerichte wie
ensaymada (süßes Buttergebäck
mit Käse) oder pan de sal
(kleine Brötchen), aber auch
Reisgebäck wie puto oder
bibingka. Puto wird sehr oft mit
dinuguan (eine Suppe aus
Schweinefleisch und Blut)
gegessen. Die chinesischen
Gerichte Hopia (Gebäck mit
Bohnenpaste) oder pancit canton
(Wok-Nudeln) werden auch sehr
gerne gegessen.
Zu
den bekanntesten Exporten der
Philippinen zählen getrocknete
Mangos. Philippinische Mangos
sind kleiner und weniger sauer
als indische Mangos. In der
Provinz Laguna gilt der buko pie
(Kokosnuss-Kuchen) als besondere
Spezialität. Auf der Straße wird
oft Halo-Halo verkauft, eine
Mischung aus gehobeltem Eis,
Milch, Taro, Kokosraspel,
Caramelpudding, Bohnen und
Früchten.
Aufgrund der spanischen und
amerikanischen Kolonisation wird
Essbesteck beim Essen verwendet.
Allerdings ohne Messer, nur
Löffel und Gabel. Bei der
ländlichen Bevölkerung und bei
traditionellen
Zwischenmahlzeiten wird mit der
rechten Hand gegessen (kamayan).
Gewöhnungsbedürftig für
europäische Geschmäcker ist der
intensive Einsatz von Zucker bei
vielen Gerichten. Selbst ein
weltweit bekannter Hersteller
von Ketchup musste exklusiv für
die Philippinen den Zuckergehalt
erhöhen.
Getränke
Hauptgetränk zu den Mahlzeiten
ist klares Wasser, dies wird
aber immer mehr von Softdrinks
verdrängt. Eine sehr große
Biermarke ist San Miguel (Die
spanische Biermarke San Miguel
ist zwar anders gebraut als die
philippinische, gehört jedoch
auch zur
spanisch-philippinischen Soriano
Familie). Teurer Importwein wird
meist nur von der wohlhabenden
Bevölkerung getrunken. Andere
stark alkoholische Getränke sind
Tuba, der vergorene Saft der
Kokospalme, Basi- und
Lambanog-Schnäpse, die aus Reis
oder Palmen hergestellt werden
und milder Rum aus Zuckerrohr.
Kaffee wird überwiegend als
Fertigkaffee getrunken, außer in
Batangas, wo es einen sehr
starken eigenen Kaffee gibt, der
barako genannt wird.
Sehenswürdigkeiten
Auf Luzón befinden sich die
berühmten Reisterrassen von
Banaue und Batad sowie die
Vulkane Pinatubo, Taal und Mayon
(den viele als den schönsten
Vulkan der Welt ansehen, da er
sich als nahezu perfekter Kegel
aus einer flachen Ebene erhebt).
Bemerkenswert sind auch die
vielen Strände, die die Küsten
der Philippinen bieten.
Die wichtigsten
Sehenswürdigkeiten gehören auch
hier zum Weltkulturerbe, wie die
Barockkirchen in Manila und
Intramuros Paoay und Miagao oder
das Korallenriff Tubbataha. Des
Weiteren befinden sich auch
sehenswerte Nationalparks in dem
Land, wie der Puerto-Princesa
Subterranean River National
Park, in dem sich der längste
unterirdische Fluss der Welt
befindet, sowie der Quezon
National Forest Park oder der
Hundred Islands National Park
und die historische
Kolonialstadt Vigan. Auf Bohol
gibt es auch die so genannten "chocolate
hills". Man kann auch eine Tour
mit dem Reisebus machen, die zu
einem der 1268 Hügel führt.
Philippinische Feste
Auf
den Philippinen gibt es jährlich
viele Feste u. a. das Barrio
Fiesta und Fiesta de Sandugo.
Jede Gegend hat ihre eigenen
Feste die häufig mit Paraden und
Feuerwerken zu Ehren des/der
Lokalen Heiligen begangen
werden. In vorspanischer Zeit
kamen viele hinduistische und
buddhistische Elemente auf die
Philippinen, da die Philippinen
unter dem Einfluss der Sri
Vijaya und Majapahit-Reiche
standen. In Folge der 333 Jahre
dauernden Kolonisation durch die
Spanier flossen auch viele
spanische und mexikanische
Traditionen in die Kultur mit
ein und nach 1898 kamen
zusätzlich noch amerikanische
Einflüsse auf die Insel. Etwa 60
% der philippinischen
Traditionen und Bräuche haben
trotz der jahrhunderte langen
Fremdherrschaft ihren Ursprung
in vorspanischer Zeit.
Ein
wichtiges Fest ist Flores de
Mayo (Maiblumen), das das Ende
der heißen Trockenzeit und den
Beginn der Regenzeit feiert, ein
für die Landwirtschaft wichtiger
Zeitpunkt.
Die
christlichen Feiertage werden
ausgiebig gefeiert, allerdings
ganz anders als in Europa. Zu
Allerheiligen und Allerseelen
kampieren Familienangehörige in
den Friedhöfen, es herrscht eher
Partystimmung als Trauer, da man
den Toten eine Freude machen
möchte. Weihnachten auf den
Philippinen wird vom 16.
Dezember an gefeiert, es gibt
bis zum 24. Dezember Messen um 4
Uhr morgens, misa de gallo
(Hahnenmesse) genannt. Geschenke
werden erst am 25. Dezember
geöffnet und nie in Gegenwart
des Schenkenden. Die Bescherung
von Kindern durch ihre Taufpaten
erfolgt nach spanischer
Tradition erst am 6. Januar
(Dreikönigstag). In der Karwoche
steht das öffentliche Leben
still, am Karfreitag und am
Karsamstag sind sogar Kinos
geschlossen. Am Karfreitag gibt
es sogar Männer, die sich selbst
zur Buße ans Kreuz nageln
lassen, ein Brauch der von der
offiziellen katholischen Kirche
nicht gerne gesehen wird. In
Manila findet am 9. Januar das
Fest des Schwarzen Nazareners
statt, bei dem Mitglieder von
örtlichen Gangs zur Buße eine
schwere Statue des "schwarzen
Christus" durch die Straßen
tragen, eine Prozession bei der
nur Männer zugegen sein dürfen.
Weitere lokale Feste sind das
Ati-Atihan Fest in Kalibo, Aklan,
bei der die Eroberung der Insel
und die Verdrängung der Negrito
oder Ati-Stämme gefeiert wird;
das Santo Nino (Christkind)-Fest
in Cebu, bei der die
Christianisierung der Insel
gefeiert wird; oder das
Penafrancia-Fest in Bikol, bei
dem es zu großen
Flussprozessionen kommt.
Ein
großes Fest gibt es in der Stadt
Davao, es heißt Kadayawan und
geht eine Woche, dort treten in
den Shoppingmalls berühmte
philippinische Stars und Sänger
auf und am Wochenende gibt es
eine große Parade mit festlich
geschmückten Festwagen. Am Ende
wird von einer Jury der schönste
Festwagen gewählt.
Sonstiges
Die
Philippinen sind eines der
wenigen Länder, in denen
Ehescheidungen verboten sind.
Aus diesem Grund lassen sich
viele philippinische Ehepaare in
der Dominikanischen Republik
scheiden. Ehebruch steht
ebenfalls unter Strafe.
Bei
Heirat einer, oder einem
philippinischen
Staatsangehörigen im Land ist
zuvor eine
"Ehefähigkeitsbescheinigung"
(engl.: Legal Capacity) vom
Bräutigam vorzulegen. Dieses
Dokument wird vom zuständigen
Standesamt ausgestellt und muss
von der Deutschen Botschaft
bestätigt werden. Wegen der
zahlreichen Fälschungen erkennt
die Deutsche Botschaft in Manila
mittlerweile (seit 2001)
keinerlei philippinischen
Dokumente ohne aufwändige
persönliche Nachprüfungen an.
Der
Grundstückserwerb ist
ausschließlich durch
philippinische Staatsbürger
möglich, Ausländer können keine
Grundstücke erwerben.
Hintergrund ist der häufige
Missbrauch, wie z. B. in
internationalen Versteigerungen.
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